Weizenkeimöl das lang verkannte Wundermittel?

Das Wundermittel im Sport

Weizenkeimöl wurde in früheren Jahren nicht nur im Bodybuilding, sondern auch in vielen anderen Sportarten verwendet und geniesst seit dem als hochwertiges Öl ein howeizenkeimöl und sporthes Ansehen. In Werbeanzeigen und Zeitschriftenartikeln wurde Weizenkeimöl als Wundermittel offeriert.

Neben ungenießbarem Proteinpulver, Leber- und Bierhefetabletten hatte die damals noch in den Kinderschuhen steckende Nährmittelbranche bis auf Weizenkeimöl nichts an vermarktungsfähigen Substanzen zu bieten.Da man damals das Bodybuilding noch als eine Art Subkultur ansah,  die lediglich Hartgesottenen Insidern vorbehalten blieb, waren Kraftsportathleten mit hilfreichen Informationen, fachlichem rissen und natürlich auch leistungssteigernden Präparaten weniger reich gesegnet.

Wen wundert es da noch, das als erste Berichte publik wurden, Weizenkeimöl würde die Energie und Ausdauer erhöhen, die Sauerstoffaufnahme im Muskel steigern, den Glykogenstoffwechsel verbessern und die Körperkraft vermehren, die Werbung anfing, Sportlern Weizenkeimöl als Wundermittel zu verkaufen. Ganz schön unseriös, oder? Mag sein, aber wenn man sieht, was heutzutage alles als die superanabole Wunderwaffe angeboten wird, rücken die etwas übertriebenen Darstellungen hinsichtlich der leistungssteigernden Eigenschaften von Weizenkeimöl sicherlich in ein weniger negatives Licht.

der Hype ist beendet!

Die Weizenkeimölnachfrage flaute in den achtziger Jahren stark ab, und kaum ein Athlet interessierte sich mehr dafür, bis der Name Octacosanol ins Gespräch gebracht wurde. Octacosanol ist quasi eine Neuauflage von Weizenkeimöl, denn neben Vitamin E, Fetten und vielen Kalorien enthält Weizenkeimöl eben auch Octacosanol. Bei letztgenannter Substanz handelt es sich um eine farblose Alkoholverbindung, die, heutzutage als der aktive Bestandteil dieses Öles angesehen wird.

Ein positiver Einfluss von Octacosanol auf die sportliche Leistung scheint allerdings fraglich, da es bislang keine verlässlichen Studien gibt, die eine vermehrte Sauerstoffaufnahme im Muskel, einen verbesserten Glykogenstoffwechsel, eine gesteigerte Körperkraft oder eine erhöhte Ausdauer feststellen konnten. Diese Vermutung bestätigt der amerikanische Arzt Dr. Melvin H. Williams in seinem Buch ‚Rekorde durch Doping?‘ auf S. 84: „Eine sorgfältige Analyse von mehr als 35 Untersuchungen mit Weizenkeimöl, das Octacosanol enthält, veranlasst zur Schlussfolgerung, dass Octacosanol die Leistungsfähigkeit nicht verbessert.

Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde vor kurzem einem Hersteller von Weizenkeimöl die Verbreitung irreführender Werbetexte verboten.“Ist Weizenkeimöl also doch nicht mehr als ein normales Lebensmittel, das neben den Vitaminen E, A und dem B-Komplex, etwas Lecithin sowie Mineralstoffen Bodybuildern nichts weiter zu bieten hat? Könnte man meinen, wenn da nicht die positiven Erfahrungen so manchen Praktikers wären. „Man nehme ca. 15 Minuten vor dem Armtraining einen Schluck Weizenkeimöl auf nüchternen Magen. Der Aufpumpeffekt beim folgenden Trai­ning ist wesentlich größer als ohne Weizenkeimöl, weil das Vitamin E die Blutgefässe weitet. Folge: Die Muskeln können besser ernährt werden und wachsen schneller.

bessere Durchblutung

Weizenkeimöl fördert also nicht nur allgemein die periphere Durchblutung, sondern zeigt speziell beim Hanteltraining eine in Zentimetern messbar Steigerung des Aufpumpeffektes. Die Kombination Weizenkeimöl plus Honig;(Kohlenhydrate) plus Nikotinsäure (ca. 200 mg) ist deshalb zum Aufpumpen für einen Wettkampf auch effektiver als das ‚Kreislaufanregen‘ mit Alkoholika, bei dem sich immer wieder Sportler in der Dosis vergaloppieren und dann betrunken über die Bühne torkeln.

Mit Nikotinsäure sollte man allerdings vorher experimentieren. Nimmt man sie nämlich zu früh oder zu spät, d. h. gelangt sie schon vor oder erst nach dem Aufpumpen in die Gliedmaßen, geht der Effekt nicht in die Muskeln, sondern in die Haut, und dann steht man mit roten, kribbelnden Flecken da wie ein gesottener Krebs. Abgesehen davon – Nikotinsäure ist nur ein zusätzlicher Trick, den man nicht dauernd im normalen Training anwenden sollte, weil sonst die Balance des Vitamin B-Komplexes gestört werden könnte.Die größte, aber dabei völlig unbedenkliche Aufpumpwirkung geht ohnehin vom Vitamin E im Weizenkeimöl aus. Verzichtet man nun kalorienbewusst auf den Ölschluck und nimmt stattdessen vor dem Training ein reines Vitamin E-Präparat, ist die Enttäuschung groß: Es stellt sich kein über das normale Maß hinausgehender Aufpumpeffekt wie beim Weizenkeimöl ein – und damit auch nicht das wohlig-pralle Muskelkraftgefühl von dem Hantelsportler schwärmen.

Ausdauerport und bessere Leistungen

Der direkte Vergleich zeigt also die Überlegenheit des natürlichen Wirkstoffkomplexes gegenüber der künstlichen Einzel Substanz.“ Angeregt, haben wir zusammen mit mehreren Trainingskameraden Kaltgepresstes, flüssige Weizenkeimöl sowohl mit als auch ohne Honig ausprobiert. Ein ordentliche Schluck aus der Pulle vor der Fahrt zum Fitness-Studio verbessert in der Tat den Aufpumpeffekt in der jeweils trainierten Muskelpartie.

Obwohl wir auf die zusätzliche Einnahme von Nikotinsäure (siehe auch Niacin) verzichtet haben, kam es zu einer sichtbar stärkeren Rötung der aufgepumpten Muskulatur, was unzweifelhaft auf einen gesteigerten Blutzufluss schließen lässt. Athleten, die beim Training keinen rechten Aufpumpeffekt erreichen, sollten Weizenkeimöl auf jeden fall einmal eine Chance geben.

Die Additive Einnahme von 1-2 Teelöffeln Honig ist unseren Erfahrungen nach nicht notwendig, da eine Wirkungsverstärkung aus blieb. Bei regelmäßiger Anwendung kann Weizenkeimöl durchaus die Muskel kraft steigern, indem es sowohl die Durchblutung als auch die Kapillarisierung im Muskel verbessert. Ausdauersportler bzw. Bodybuilder, die gerne mit hohen Wiederholungszahlen trainieren, können von Weizenkeimöl vermutlich ebenfalls profitieren, da, wie viele Athleten überzeugt sind, der zur Verfügung stehende Sauerstoff im Körper optimaler ausgenutzt wird.

Selbstversuch gefällig?

Sie glauben das nicht? Ein einfacher Versuch wird das Gegenteil beweisen: Machen Sie freie Kniebeugen ohne zusätzliche Gewichtsbelastung in flüssig aufeinander folgenden Wiederholungen. Nach ungefähr 80 – 100 Wiederholungen dürfte sich ein starkes und unangenehmes Brennen (Übersäuerung) in der Oberschenkelmuskulatur bemerkbar machen, das den Athleten zu einem mehrmaligen Durchschnaufen in der durchgesteckten Position zwingt, bevor er in der Lage ist, einige weitere Wiederholungen herauszuquetschen. Wenn Sie nun am darauf folgenden Tag die beschriebene Prozedur noch einmal durchführen, dabei aber 15-30 Minuten vor den Kniebeugen einen kräftigen Schluck kaltgepresstes Weizenkeimöl zu sich nehmen, wird das Muskelbrennen erst jenseits der Hunderter-Marke zu spüren sein, z. B. bei 130 Wiederholungen, und Sie sind in der Lage, insgesamt mehr Wiederholungen als tags zuvor herausquetschen zu können.

Weizenkeimöl ist sicherlich nicht das Wundermittel, als das es einmal hingestellt wurde, aber es ist im Sport beileibe kein nutzloses und überflüssiges Präparat, zumal es obendrein frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist und nicht sehr viel kostet. Wer es einmal ausprobieren möchte, sollte im Reformhaus nach flüssigem, kaltgepressten Weizenkeimöl Ausschau halten, da nur diese Einnahmeform den gewünschten Aufpumpeffekt bewirkt. Lassen Sie die Finger von Vitamin E-Kapseln, speziellen Octacosanolpräparaten und Weizenkeimölkapseln, sondern verwenden Sie schlicht und einfach die flüssige Variante. Der verbesserte Aufpumpeffekt wird den Athleten sofort überzeugen. Übrigens, die durchblutungsfördernden Eigenschaften von Weizenkeimöl sind in der Medizin schon lange bekannt und werden gerne von älteren Leuten mit Durchblutungsstörungen genutzt.

Quelle: https://weizenkeimoil-octacosanol.blogspot.de/